Miss Saigon
Ho Chi Minh City fühlte sich ganz anders an als das letzte Mal.
Diesmal war es aufregend. Es geht fast nichts über das Gefühl, dank
vietnamesischer Connections einen guten Preis mit dem
Mototaxifahrer ausgehandelt zu haben und dann frei wie ein Vogel
durch die Stadt zu düsen, im Slalom zu fahren und sich zwinschen
den Verkehrsmitteln hindurchzuzwängen. Einen der
überraschenderweise seltenen Unfälle zu beobachten erhöht den
Nervenkitzel.
Ihr vermutet es schon: Mein Abenteuersinn ist wieder da. Ich kann
wieder seltsames Essen ausprobieren, auf die Leute zugehen und mich
auf die Kultur einlassen. Ich hatte aber auch in der letzten Zeit
neben den tollen Leuten um mich herum, dem gewohnten westlichen
Essen, endlich Klopapier und dem Strand eine besonders dankbare
Aufgabe: Ein geheimnisvoller Spender ist aus der Kirche ausgetreten
und hat mir seine "Kirchensteuer" überwiesen, damit ich das Geld
direkt an die Leute hier verteile. Eine bessere Aufgabe kann man
gar nicht haben, finde ich. Die leuchtend dankbaren Gesichter
müsste man direkt fotografieren, da bleibt kein Auge trocken.
Ausblick von meinem Hostel in Ho Chi Minh City.
Und wo wir schon beim Geben sind: Meine Reise ist bald zu Ende und
ich wollte sie gerne mit einem spirituellen Höhepunkt abschließen.
Das ist auch der Grund, weshalb ich so viele Posts an einem Tag
veröffentliche, denn ab morgen werde ich für zehn Tage in ein
buddhistisches Kloster gehen und lernen, loszulassen. Oder in
loving kindness zu leben. Oder was auch immer, aber es ist etwas
Gutes. Der sogenannte Meditation Retreat ist international
ausgerichtet und laut der Menschen, die diesen bereits besucht
haben, lebensverändernd. Und damit Ihr eine Vorstellung habt, wo
ich die nächsten Tage so um vier Uhr vom harten Boden aufstehen
werde, hier der Link.
Für alle Schnellmerker: Ja, ich habe eine strapaziöse Reise hinter
mir. Aber es ist möglich, an einem Tag von Ho Chi Minh City
(Vietnam) nach Koh Phangan (Thailand) zu kommen. Ich bin stolz auf
mein Organisationstalent. Zwei separat gebuchte Flüge, Stopp in
Bangkok, von Surat Thani mit dem Bus zur Fähre und mit der Fähre
zur Insel und das alles in nur 16 Stunden ab sechs Uhr morgens,
ohne Reiseführer aber mit einem netten Bruder in Deutschland, der
Auszüge aus seinem für mich abtippt (danke liebes
Bruderherz!).
Auf der Fähre habe ich übrigens endlich eine spürbare Veränderung
in mir feststellen können. Ich bin ja eher der Schisser was
Akrobatisches und sonstwie Gewagtes angeht. Aber als ich da so oben
an der Reling stand und die geschätzten sechs Meter ins Wasser
guckte wollte ich nichts lieber, als mit vollem Anlauf in die See
springen. Das wär mir früher nicht mal eingefallen. Yesssss.
Bis bald, liebe Freunde, Leser und Lesefreunde. Ich schicke Euch
zur Überbrückung meiner Abwesenheit ein ganzheitliches OHHHM.
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